Deutschkurse führen zum Erfolg

Seit nunmehr zwei Jahren laufen die Deutschkurse in Steinbach des Lernprojekts „Mitsprache Deutsch4U“ von „Profectus – Sprache & Bildung“. Die Kurse von „Profectus“ laufen in Kooperation mit der Stadt Steinbach (Taunus), die die Räumlichkeiten im Bürgerhaus zur Verfügung stellt und die Fördermittel beim Land beantragt hat. Dadurch werden die Deutschkurse im Rahme der Sprachförderung vom Regierungspräsidium Darmstadt finanziert.

Zur Sprachkursförderung gehört auch die jeweilige Kinderbetreuung, die es den Teilnehmern und Teilnehmern, welche hauptsächlich Frauen sind, im wahrsten Sinne des Wortes „in Ruhe lernen“ ermöglicht und sie sich somit den Herausforderungen, die das Erlernen der deutschen Sprache mit sich bringt, stellen können.

Das Projekt umfasst inzwischen drei Kurse mit den Schwerpunkten Prüfungsvorbereitung für das B1- und das B2-Niveau. Ab Anfang Oktober 2021 wird der vierte Kurs mit dem Schwerpunkt Brückenkurs "vom B1-Niveau zum B2.1-Niveau" nach der Sprachstandfeststellung und einer intensiven Sprachlernberatung, der Vermittlung von Lernstrategien für den Online-Unterricht, starten. Alle anderen Kurse werden fortlaufend weitergeführt.

Bisher lassen sich gute Ergebnisse mit diesem Konzept aufzeigen. So haben insgesamt 13 Steinbacherinnen und Steinbacher das B1-Zertifikat und 3 Steinbacherinnen und Steinbacher das B2-Zertifikat mit viel Fleiß und Engagement erlangt. Weitere 6 Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden am 25. September diesen Jahres die B1-Prüfung machen.

Warum ist das handlungsorientierte und sprachzielgerichtete Lernkonzept so erfolgreich?

Am Anfang gab es viele Ängste, die sehr schnell überwunden wurden, da nicht nur Sprachvermittlung bei „Profectus“ stattfand, sondern das Selbstbewusstsein der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gestärkt und die Blockaden gebrochen wurden. Sie merkten sofort, dass das Erlernen der Sprache nicht nur Wortschatz- bzw. Grammatiklernen bedeutet, vielmehr ging es darum, das eigene Sprachportfolio auszubauen und einen individuellen Zugang zum Lernen zu bekommen, erläutern die Lehrerinnen Semra Bayir und Dilek Güngör. „Meine Kollegin Dilek Güngör und ich haben sie zum größten Teil unterrichtet, aber auch ermutigt und motiviert, sich dem Lernen zu stellen. Wir sind sehr zufrieden damit, dass wir sowohl Sprachvermittlerinnen sind als auch Lernbegleiterinnen für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sein können“, so Semra Bayir.

Das B1-Zertifikat bescheinigt der Lernerin und dem Lerner einen allgemeinen Sprachgebrauch im Alltag in der Zielsprache (Alltagssprache). Das heißt, dass das Zertifikat ein Nachweis darüber ist, dass der-/diejenige sich im unmittelbar bekannten Umfeld wie zum Beispiel in der Schule, der Kindertagesstätte oder in der Nachbarschaft in der deutschen Sprache ausdrücken und sich beispielweise mit anderen (deutschen) Müttern unterhalten und austauschen kann.

Das B2-Zertifikat integriert die Lernenden in den Arbeitsmarkt und wird als zusätzliche Fort- und Weiterbildung im Job von Arbeitgebern wie eine berufliche Qualifikation anerkannt. Der Arbeitnehmer oder Bewerber erfüllt damit die Zugangsvoraussetzungen beispielsweise für eine Fachausbildung, welche von der IHK oder von der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter gefördert wird.

Allen bisher erfolgreichen Lernerinnen und Lernern gratuliert die Stadt Steinbach (Taunus) in Kooperation mit „Profectus - Sprache & Bildung“, vertreten durch Frau Semra Bayir. „Das Kooperationsprojekt hätte nicht zustande und erfolgreich sein können, wenn nicht die Stadtverwaltung der Stadt Steinbach, hier besonders Herr Bürgermeister Steffen Bonk, die sprachliche Förderung der Bürgerinnen und Bürger mit Migrationshintergrund als einen wichtigen Meilenstein im friedlichen Zusammenleben in einer kulturell vielfältigen Kommune wie Steinbach gesehen und unterstützt hätte“, so Bayir.

Ein großer Dank geht an alle Beteiligten, der Sozialen Stadt Steinbach, der Caritas für den Bezirk Hochtaunus und den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die dieses Projekt unterstützt haben und weiterhin unterstützen.

„Um Integration zu leben ist Sprache unabdingbar. Deshalb unterstützen wir ausdrücklich die Sprachkurse und freuen uns über die gute Zusammenarbeit“, so Bürgermeister Steffen Bonk.