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Ehrenbürgermeister Walter Herbst im Alter von 89 Jahren verstorben

Ehrenbürgermeister Walter Herbst | Foto 2018 © Nicole GruberAm Sonntagmorgen, 28. Juli 2019, ist Walter Herbst im Alter von 89 Jahren verstorben. Herbst, dem am 9. Dezember 1991 der Titel Ehrenbürgermeister verliehen wurde, hat die Geschicke Steinbachs von Juni 1962 bis Juni 1992 gelenkt. 

Im Juni 1962 trat Walter Herbst sein Amt als Bürgermeister der damals nur 1.750 Einwohner zählenden Gemeinde an. Mit Ideen, Tatkraft und Entschlossenheit machte er aus Steinbach binnen zehn Jahren eine moderne Wohnstadt im Grünen. 1972 waren es dank der zahlreichen neuen Einwohnerinnen und Einwohner bereits über neuntausend Einwohner. In Anerkennung dieser Entwicklung erhielt Steinbach 1972 die Stadtrechte vom Land Hessen verliehen. Bis zu seinem Ruhestand als Bürgermeister 1992 wuchs die Stadt weiter auf 10.468 Einwohner. Diese Zahl hält Steinbach nahezu bis heute. 

Walter Herbst absolvierte eine Ausbildung zum Mechaniker ehe er von 1957 bis 1958 die Akademie der Arbeit besuchte und Gewerkschaftssekretär wurde. Diese Tätigkeit übte er bis zu seinem Dienstantritt aus. Der IG-Metall trat er 1950 bei, der SPD im Jahre 1951.

Walter Herbst war bereits vor seiner hauptamtlichen Tätigkeit vielfältig politisch aktiv. Unter anderem  war er von 1956 bis 1960 ehrenamtlicher Beigeordneter in der Gemeinde, 1957 gründete er die Jungsozialisten in Steinbach und war deren Vorsitzender, 1959 bis 1978 war Walter Herbst Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Steinbach, 1960 bis 1961 Vorsitzender der Gemeindevertretung, 1960 bis 1974 war er Mitglied des Kreistages und des Kreisausschusses – zuletzt Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion. Mehrere Aufsichtsratsposten begleitete er während seiner Laufbahn, zudem war ehrenamtlicher Richter am Arbeitsgericht Frankfurt. Walter Herbst wusste auch um die Bedeutung der Region, deshalb engagierte er sich seit 1965 im Umlandverband Frankfurt und dessen Vorgängerorganisationen.

Die Liste der Auszeichnungen und Ehrungen, die Walter Herbst in seinem langen gesellschaftlichen und politischen Leben erhalten hat, sind vielfältig. So erhielt Walter Herbst unter anderem 1974 den Ehrenbrief des Landes Hessen, 1977 die Goldene Verdienstmedaille der Stadt Steinbach (Taunus), 1979 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz am Bande überreicht, sowie 1987 das Bundesverdienstkreuz I. Klasse. Neben dem Titel Ehrenbürgermeister, wurde ihm das Ehrenbürgerrecht 1999 zuteil. Walter Herbst hat sich Zeit seines Lebens für seine Stadt und deren Einwohnerinnen und Einwohner eingesetzt. Zudem hat er sich in hohem Maße für das Vereinsleben eingesetzt und die europäische Völkerverständigung gefördert.

Projekte und Maßnahmen, die untrennbar und unwiderruflich mit Walter Herbst verbunden sind und bleiben, sind unter anderem der Kanalbau zu Beginn der 60er Jahre, der Bau des jetzigen Feuerwehrgerätehauses, der Umbau der alten Schule zum neuen Rathaus und die Errichtung der Geschwister-Scholl-Schule, die Einweihung des Bürgerhauses, der Neubau des Hallenbades und die Errichtung des Sport- und Erholungszentrums. Während seiner dreißigjährigen Amtszeit wurden 80 Millionen Deutsche Mark in Steinbach investiert.

„Walter Herbst hat Steinbach wie kein anderer geprägt. Er war beliebt und hatte die Zukunft unserer Stadt stets im Blick. Die Entwicklung von einer kleinen Gemeinde zu einer Stadt mit rund 10.000 Einwohner hat Herbst mit modernen Ideen und Zielstrebigkeit voran gebracht. Bis ins hohe Alter war Walter Herbst ein fester und wichtiger Bestandteil im gesellschaftlichen Leben unserer Stadt und allzeit willkommen bei Veranstaltungen. Eine Ehrenfeier anlässlich seines 90. Geburtstags war bereits in Planung. Die Mitteilung über seinen plötzlichen Tod hat uns schwer und unerwartet erreicht. Wir trauern von Herzen über einen großen Mann und drücken der Familie unser tiefempfundenes Beileid aus. Walter Herbst wird unvergessen bleiben!“, so Bürgermeister Steffen Bonk.